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Farbenzwerge und Erbformeln


Farbenzwerge grau
ABCDGdw / ABCDGdw

 


Farbenzwerge chinchillafarbig
achiBCDGdw / achiBCDGdw

 


Farbenzwerge
weißgrannen-schwarz
achiBCDg0dw / achiBCDg0dw

 


Farbenzwerge
weißgrannen-blau
achiBCdg0 / achiBCdg0

 


Farbenzwerge
weißgrannen-havanna
achiBcDg0 / achiBcDg0

 

 

Farbenzwerge

Geschichte und Erzüchtung der Farbenzwerge in Deutschland

Die Erzüchtung der Farbenzwerge erfolgte in den Niederlanden, schon kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurde die Rasse in den holländischen Standard aufgenommen. 1948/49 war die Rasse erstmals in Deutschland, in Mühlheim a. d. Ruhr zu sehen. Allerdings dauerte es noch bis 1956, bis die Farbenzwerge auch in den deutschen Standard aufgenommen wurden. Der Grund hierfür war, dass der holländische Standard kleinere Tiere zwischen 700 g und 900 g forderte, deutschen Züchtern schwebte jedoch ein Zwergkaninchen vor, dass in der Größe dem Hermelin entsprechen sollte, also einem Gewichtsrahmen zwischen 1100 g und 1350 g. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Hermeline und größere Häsinnen in die holländischen Zwerge eingekreuzt und es dauerte einige Jahre, um Farbenzwerge mit den gewünschten Eigenschaften zu erzüchten.

Besonderheiten der Zucht

Die Zucht der Farbenzwerge bleibt auch heute, mit einigen schon sehr gut durchgezüchteten Rassen, eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Der Zwergenwuchs ist genetisch bedingt (Zwergfaktor Dw), allerdings sind "reinerbige" Zwerge, die den Zwergenfaktor von Mutter und Vater ererbt haben (Dw / Dw) nicht lebensfähig. Die Embryonen sterben z. T. schon im Mutterleib, unter den Neugeborenen sind sie anhand ihrer wesentlich geringern Größe sofort erkennbar. Diese so genannten Kümmerlinge sterben wenige Tage nach der Geburt. Die für die Zucht erwünschten Typenzwerge besitzen das Zwergengen nur einmal, auf dem anderen Chromosom befindet sich die Anlage für normalen Wuchs (Dw / dw). Daher kommt es bei der Kreuzung von Typenzwergen zu folgender statistischer Aufspaltung:

P: Typenzwerg (Dw / dw) x Typenzwerg (Dw / dw)

F1:

Dw
dw
Dw
Dw / Dw
(Kümmerling)
Dw / dw
(Typenzwerg)
dw
Dw / dw
(Typenzwerg)
dw / dw
(Nicht-Zwerg)

Kümmerlinge (Dw / Dw): 25%
Typenzwerge (Dw / dw): 50%
Nicht-Zwerge (dw / dw) 25%

Die Zahl der Kümmerlinge dürfte in der Praxis geringer als 25% ausfallen, da ein Teil der Embryonen bereits während der Schwangerschaft stirbt. Kaninchen die das Zwergengen nicht tragen (dw / dw), werden genetisch bedingt größer (1500 - 1700 g) und sind daher nicht für Ausstellungen geeignet. Für die Zucht kann man jedoch Nicht-Zwerg Häsinnen einsetzen, diese Tiere sind häufig etwas robuster als Typenzwerg-Häsinnen, haben größere Würfe und werfen keine Kümmerlinge, wenn man sie mit einem Typenzwergrammler kreuzt, was dem Tierschutz entgegenkommt.

Chinchillafarbige und weißgrannenfarbige Kaninchen

Bei chinchillafarbigen Kaninchen handelt es sich um wildfarbige Tiere, die aufgrund einer Mutation keine roten Farbpigmente (Phäomelanin) bilden können. Verantwortlich hiefür, ist der so genannte chinchillafaktor (achi). Chinchillakaninchen wurden erstmals 1913 in Paris ausgestellt. Die ersten Tiere gelangten über die Niederlande 1920 nach Deutschland.
Die heutigen weißgrannenfarbigen Kaninchen sind aus chinchillafarbigen Kaninchen hervorgegangen, dies ist nicht überraschend, da die weißgrannen-schwarz bis auf ein Gen mit den chinchillafarbigen Kaninchen erbgleich sind. 1949 fand die Züchterin Käthe Geißler aus Bad Klosterlausnitz / Thüringen in einem Kleinchinchilla-Wurf zwei schwarze Jungtiere mit weißen Lohabzeichen, 1951 stellte sie in Gera die ersten Tiere aus. Bei den weißgrannen ist, im Gegensatz zu den chinchillafarbigen die Bänderung der Einzelhaare unterdrückt, die Körperzonierungen werden allerdings noch ausgebildet. Verantwortlich hierfür ist der Lohfaktor g0.

Quellenverzeichnis

Scholz, Hans-Peter:
Kaninchenkompass, Oertel+Spörer Verlag, 3. überarbeitete und ergänzte Auflage
Blase, Horst:
Chinchillafarbige Zwerge
, Deutscher Kleintier-Züchter, Ausgabe Nr. 13/2001

 

 

 

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